Der Name ist nicht unbedingt Programm
Als nächstes habe ich angefangen, voller Elan und Vorfreude Organisationen, Firmen, Leute, Verbände etc. an zu schreiben. Ich dachte mir: “Das wird super und jeder macht mit”
Leider gab es gleich bei meinem ersten Versuch etwas Ernüchterung, als ich den Deutschen Behindertensportverband am 25.9.2018 anschrieb.
Die Antwort war aber auch interessant, denn das wusste ich ja alles gar nicht. Für mich klang “Deutscher Behindertensportverband” nach genau dem richtigen Ansprechpartner um in Deutschland eine Sportart behindertengerecht zu kriegen. Dazu stehe ich auch heute noch. Aber hier ist ein Auszug aus der Antwort, die zeigt, warum sie nicht der richtige Ansprechpartner sind und wie leicht man sich da vom Name verwirren lassen kann:
(Das verwirrende Namen mich durcheinander bringen, habt ihr ja schon in meinem ersten Newspost lesen können.)
Es liegt ein grundsätzliches Missverständnis vor, wenn man davon ausgeht, der Deutsche Behindertensportverband (DBS) sei für die Förderung sämtlicher Sportarten und Disziplinen im Behindertensport zuständig. Jedenfalls stimmt das nur bedingt. Vielmehr gibt es durchaus auch andere Anbieter im Behindertensport für spezifische Formen der Behinderung wie den Deutschen Gehörlosensportverband, den Deutschen Rollstuhlsportverband, Special Olympics Deutschland oder den Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband. Daneben wird Behindertensport auch in sehr vielen Spitzenverbänden des DOSB betrieben.
Der DBS ist immer dann zuständig, wenn eine Sportart in seinen eigenen Vereinsstrukturen oder denen eines kooperierenden Spitzenverbandes betrieben wird und die Sportart/Disziplin Aufnahme in das paralympische Programm gefunden hat. Beides Voraussetzungen sehe ich bei der Sportart Dart zum jetzigen Zeitpunkt nicht erfüllt. Infolgedessen ist der DBS auch nicht Mitglied im zuständigen int. Sportverband und kann weder Mittel für die Teilnahme an int. Veranstaltungen bereitstellen, noch die Voraussetzungen dafür schaffen oder gar eine Nominierung vornehmen.
Ich würde Ihnen deshalb raten, dass Sie sich an den Deutschen Dart Verband wenden und dort Ihr Anliegen vorbringen.
Bedauerlicherweise kann ich Ihnen keine positivere Antwort zukommen lassen.
Nebenan wissen sie von nichts
Am 28.9.2018 habe ich die Redaktion von Dartfreakz.nl gefragt, ob sie wissen, wo es in Deutschland Infos und Hilfe zu Paradarts gibt, denn die berichten sehr viel über niederländisches und internationales Paradarts.
Ihre Antwort war ernüchternd: “Auch wir haben keine Ahnung. Am besten fragst du den Deutschen Dartverband”
Ist keine Antwort auch eine Antwort?
Denen hatte ich aber bereits am 27.9.2018, also am Tag zuvor, geschrieben, ein Auszug:
Wie sieht es da in Deutschland aus? Gibt es ein Paradarts-Nationalteam? Zu welchem Arzt muss man gehen, um sich bescheinigen zu lassen, dass man am Paradarts teilnehmen kann? Gibt es das Formular dazu bereits auf Deutsch (die Belgier haben es mir geschickt)? Wer organisiert Meisterschaften oder andere Turniere?
[…]
Antwort am 7.10.2018, frei nacherzählt: War nicht daheim, habe deine Mail weiter geleitet.
Das ist jetzt 8 Tage her und es kam nichts mehr.
Das war für mich das Zeichen, dass ich es am besten selber in die Hand nehme, denn scheinbar interessiert es einfach niemanden.
Darts ist Darts, nana nanana
Allerdings sind ja steel und E-Dart zwei komplett verschiedenen Sportarten, wie mir so langsam bewusst wird. Sagt mal, wozu gibt es diese Spitzen zum rein und rausdrehen in verschiedenen Materialien, z.B. Metall und Kunststoff?
Dass man gleich die ganze Sportart damit wechseln kann?
Also für mich ist Darts: Darts.
Ob du mit kleinen Pfeilen auf nen Automat, ne E-Scheibe, Kork, Sisal oder Baumscheiben wirfst, es ist alles Darts. Da gibt es scheinbar festgefahrene Strukturen die lieber nicht zusammenarbeiten wollen und das gerne getrennt halten.
Als Paradarter.de ist mir wichtig, dass ich mich für alle Bereiche im Darts einsetze. Nur momentan machen die E-Dart-Leute ziemlich geil mit, wie ihr z.B. bei der Deutschen E-Dart-Meisterschaft sehen werdet, wohingegen ich bei den “Steelern” noch auf Rückmeldungen hoffe.
Aber gut, die sind auch technisch nicht so anspruchsvoll 😉
Die Hersteller sind auf beiden Seiten eifrig dabei, Inklusion zu verwirklichen. Das ist natürlich eine lohnende Investition, die man in Geld nicht messen kann.
WDDA
Am 1.10.2018 schrieb ich Russ Strobel, dem Präsident der WDDA. Die WDDA ist der Weltverband für Darter mit Handicap, die World disability darts association.
Er antwortete auch direkt und zwar sehr positiv, was für mich motivierend war nach den bisherigen Zurückhaltungen.
Hier ein Auszug:
Hello Simon.
Thank you for your email and questions. Yes, you can certainly translate the form for use and we would welcome you as part of the WDDA as the first to expand to include disability players inclusion in electronic darts.The goal is to include players with disability into the sport and we would never put obstacles in your way.Please keep in touch as you move forward. If you need any further advice please contact me at any time.
Deutscher Rollstuhl-Sportverband e.V.
Am 4.10.2018 schrieb ich dem Deutschen Rollstuhl-Sportverband e.V., hier ein Auszug:
Es gibt feste Gruppen die die WDDA auf Basis der offiziellen paralympischen Gruppen festgesetzt hat. Diese sind (noch nicht übersetzt, das Formular bekam ich soeben erst per Mail):
Les Autre – Players with a physical disability that doesn’t fall into the previous three categories
Auch hier war die Antwort etwas ernüchternd:
Hallo Herr Österreicher,
danke für die Mail.
Lassen Sie uns doch dazu telefonieren – ich bin ab dem 16.10. wieder gut zu erreichen.
Das ist morgen, da rufe ich dann mal an.
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